Alaska Finance

Feb 12 2019

Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, heute Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) darf in BILD für die Privatvorsorge werben, NachDenkSeiten – Die kritische Website, aktienkurse heute.

#Aktienkurse #heute


aktienkurse heute

Der als „ger uschlos und effektiv“ ger hmte Gehilfe von Kanzler Helmut Kohl, Friedrich Bohl, bleibt sich treu und dient seinem neuen „Herrn“ der „Deutschen Verm gensberatung“ (DVAG) mit gewohnter Effektivit t. ber den BILD-Kolumnisten M ller-Vogg l sst das Vorstandsmitglied der „weltweiten Nr. 1 der eigenst ndigen Finanzbetriebe“ einen Brief gegen seinen Parteifreund Norbert Bl m verbreiten, weil dieser standhaft die gesetzliche Rentenversicherung verteidigt. Ein weiteres Beispiel daf r, wie die Finanz- und Versicherungswirtschaft im Zusammenspiel mit einflussreichen Medien, die Rente als Auslaufmodell heruntermacht und Propaganda f r die private Vorsorge betreibt, wie das Albrecht M ller in seinem neuen Buch „Machtwahn“ ausf hrlich beschreibt.

Dennoch oder vielleicht gerade wegen dieser seiner „Virtuosit t“ „kaufte“ ihn nach seinem Ausscheiden aus dem Regierungsamt 1999 die Deutsche Verm gensberatung AG (DVAG) als Vorstandsmitglied f r die Bereiche „Konzernsekretariat, Recht, ffentlichkeitsarbeit, Verb nde“ ein. Eine Verfilzung zwischen Wirtschaftsinteressen und Politik, wie sie inzwischen offenbar blich ist.

Die DVAG wirbt selbst damit, dass sie 3,9 Millionen Kunden bei deren Anlage- und Vorsorgezielen ber t. Mit mehr als 123 Milliarden Euro Gesamtbestand, einem Neugesch ft von 20,5 Milliarden und Umsatzerl sen von 807,4 Millionen Euro versteht sich dieser Finanzbetrieb als einer der Gr ten.

Auch die DVAG musste es nat rlich ziemlich getroffen haben, dass auch ihre 32.000 Verm gensberater gemeint sein k nnen, wenn der ehemalige Sozial- und Arbeitsminister Norbert Bl m die Versicherungsvertreter pauschal „als Dr cker diffamiert“.

H tte die DVAG eine Presserkl rung herausgegeben und Bl m bei seinem standhaften Eintreten f r die gesetzliche Rente widersprochen, so h tte darauf wohl kaum ein Journalist reagiert. Denn dass Verm gensberater f r die private Altersvorsorge k mpfen, ist nun wirklich keine Nachricht.

Deshalb hatte das f r ffentlichkeitsarbeit zust ndige Vorstandsmitglied der DVAG eine pfiffigere Idee: Bohl schrieb einen Brief an seinen Parteifreund Bl m. Aber offenbar hat sich f r den auch kaum ein Medium interessiert. Wer interessiert sich schon f r einen Brief eines Vorstandsmitglieds eines Verm gensanlageunternehmens an eine im Ruhestand befindlichen Kabinettskollegen, in dem die gesetzliche Rente madig gemacht und die private Vorsorge als Ausweg aus der Altersarmut angepriesen wird.

Deshalb musste Bohl noch etwas tiefer in die Trickkiste der PR greifen: Er wusste ja, dass die BILD-Zeitung seit langem ohne Scheu im Zusammenspiel mit der Versicherungswirtschaft f r die private Altersvorsorge Propaganda macht. Also musste man versuchen diesen Brief in dieses Boulevardblatt zu hieven. Dazu musste er wohl den BILD-Politikkolumnisten Hugo M ller-Vogg nicht gerade dr ngen. M ller-Vogg, der in letzter Zeit auch zwei Gef lligkeitsgespr chsb chlein mit Angela Merkel und Horst K hler auf den Markt brachte, und dessen konservativer Kampfjournalismus selbst der FAZ zu weit ging, so dass er dort 2001 als Mitherausgeber rausflog, ist als Klatschkolumnist der BILD-Zeitung f r solche Propagandaman ver immer gut.

Also fand der Brief unter dem Titel „Ex-Kanzleramtsminister Bohl attackiert Renten-Gesundbeter Bl m“ auf der Seite 2 der BILD-Zeitung vom 26. April 2006 seine maximale Publikumsverbreitung:

Die Rente sichert einfach nicht mehr den Lebensstandard. Alle im Land wissen das inzwischen (…)

Da aber das Rentenniveau…bald deutlich unter 50% zur ckgehen wir, muss der B rger zus tzlich privat f rs Alter vorsorgen.

Sollen B rger wirklich nur er gesetzlichen Rentenversicherung vertrauen? Dann ist der Weg in die Altersarmut doch vorprogrammiert.

So wird in der blichen Manier die gesetzliche Rente als Auslaufmodell niedergemacht und das Heil durch die private Vorsorge versprochen.

Und nat rlich darf auch ein Hinweis auf die Deutsche Verm gensberatung AG in dem Beitrag nicht fehlen, gefehlt hat eigentlich nur noch, dass BILD gleich noch einen Link zu einer Lebensversicherungspolice angeboten h tte.

Journalistisch „ausgewogen“ darf Bl m „zur ck“schlagen:

Zwei Weltkriege, Inflation, Weltwirtschaftskrise, Fl chtlinge, Vertriebene, deutsche Einheit: Die Rente wurde immer gezahlt.

Das kann man von der Privatversicherung nicht sagen. In der gro en Inflation l sten sich ihre Zusagen in Luft auf…Pensionsfonds wackeln weltweit.

Woher nimmt die Privatversicherung eigentlich das Recht f r ihre Arroganz, mit Anzeigen gegen die Rentenversicherung Stimmung zu machen?

Wenn man dem bew hrten Rentensystem jene Beitragsfreiheit gibt, wie sie sich das Privatsystem nimmt, indem es st ndig die Beitr ge erh ht, kann es seine Zusagen einhalten.

Auch die Beitr ge f r Privatversicherungen werden zu guter Letzt aus Arbeit bezahlt. Insofern ist die Diskussion ber die Vorteile der von der Arbeit abgekoppelten Privatversicherung eine Phantomdiskussion.

M ller-Vogg f llt dazu nichts Besseres mehr ein, als Norbert Bl m f r seine „schlagenden“ Argumente in die Ecke von „Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine (Linkspartei/PDS)“zu stellen, wohl mit der Absicht Bl m damit als linken Spinner zu brandmarken. Oskar wird sich dar ber nur freuen.

Ein ganz allt gliches Beispiel daf r, wie wirtschaftliche Einzelinteressen an der privaten Vorsorge durch eingekaufte ehemalige „Spitzen“-Politiker im Zusammenspiel mit Journalisten ber die Medien der ffentlichkeit als „objektiv notwendige“ Politik verkauft werden soll.


Written by CASH


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *